Schüler werden fit für den Alltag gemacht

Grünen-Abgeordnete lobt kreatives Team der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule in Wedel

Gemeinschaftsschulen ohne eigene Oberstufe haben es in Schleswig-Holstein nicht leicht. Um so begeisterter horchte Ines Strehlau, schulpolitische Sprecherin ihrer Fraktion auf, als Stephan Krumme, seit zweieinhalb Jahren Rektor der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule in Wedel, über die Zahl der freiwillig angemeldeten Fünftklässler berichtete. 2015 waren es drei Eltern, die ihre Kinder direkt anmelden wollten, vor zwei Jahren 37, dann 60, jetzt kommen 94.

Woran liegt dieser Aufschwung, der dazu führt, dass sich in der Rolandstadt die Schüler fast zu jeweils einem Drittel auf die drei weiterführenden Schulen aufteilen? „An unserem total engagierten Team, das weit über den Unterricht hinaus arbeitet“, berichtete der Rektor in dem etwa einstündigen Gespräch mit der Abgeordneten, die von der grünen Kommunalpolitikerin Nadine Mai begleitet wurde. Um diese Begeisterung aufrechterhalten zu können, erhofft der Rektor jedoch mehr Unterstützung vom Land.

„Wir benötigen honorierte Zeit, um Schule gestalten zu können, mehr Flexibilität, um Überstunden ausgleichen zu dürfen, und mehr Anreize, damit die wenigen Lehrer, die sich für den Süden unseres Landes entscheiden, nicht schnurstracks nach Hamburg abwandern, weil sie dort schneller verbeamtet werden“, sagt der Schulleiter.

Die Landtagsabgeordnete versprach, sich dafür stark zu machen, Schulen mehr Eigenständigkeit zu gewähren, wie sie mit Geld und Lehrerstunden umgehen. Außerdem wird der in der Jamaika-Koalition vereinbarte Bildungsbonus wahrscheinlich auch für der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule zusätzliche Ressourcen bringen. Diese zusätzlichen Mittel werden ab 2019 für Schulen mit besonderen Herausforderungen bereit gestellt und sind auf Initiative der Grünen erhöht worden. Das Konzept dazu wird gerade vom Bildungsministerium erarbeitet.

Wedels Schulleiter Stephan Krumme fordert, dass auch die Gymnasien mehr soziale Verantwortung übernehmen. An der Barlach-Gemeinschaftsschule beträgt der Anteil der Schüler aus zugewanderten Familien etwa 50 Prozent. „Wir sind eine bunte Schule“, betont der Rektor, sind stark mit dem sozialen Netz in Wedel verknüpft, und meine Kolleginnen arbeiten verdammt nah am Schüler.“

Attraktive Profile und ein verpflichtender Ganztagsunterricht mit starken alltagsprägenden Lernzielen sind weitere Pluspunkte der Barlach-Schule. „Bei uns gibt es Technikunterricht für alle in der siebenten Klasse. Jeder muss kochen und nähen lernen“, erzählt Stephan Krumme. Ganz neu ist für die Neuntklässler, dass sie das ganze Schuljahr über jeden Dienstag in einen Betrieb gehen.

Auch die Flex-Klassen, die ein Jahr länger Zeit gewähren, um den ersten allgemeinen Schulabschluss zu erreichen, sind in Wedel gut ausgelastet. Die geduldige Arbeit zahlt sich aus: Im vorigen Jahr ging nur ein Mädchen ohne Perspektive von der Schule ab.

Ines Strehlau äußerte sich begeistert über das Engagement. Sie ist sich mit dem Rektor einig: „Wir müssen jetzt daran arbeiten, dass mehr Familien sich bewusst für den Weg entscheiden, über eine erfolgreiche Lehre die Qualifikation des mittleren Schulabschluss zu erreichen. Ines Strehlau: „Jeder soll die Chance haben, Abitur zu machen. Aber für viele ist der Weg in die Ausbildung eine sehr gute Alternative.“ Stephan Krumme: „Ein Ausbildungsweg muss nicht immer geradlinig sein.“

 

 

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